CONSENSUS 2003 Aus der Not das Beste machen - Zusammenarbeit kann Leben retten
Ein Modell der zivil-militärischen Zusammenarbeit in Katastrophenfällen
CONSENSUS 2003 ist ein Ausbildungs- und Übungsmodell der medizinischen zivil-militärischen Zusammenarbeit in Katastrophenfällen, das am 14. November 2003 in Ahlen und Hamm-Heessen/Westfalen erstmals in der Praxis erprobt wurde.
CONSENSUS 2003 ist nun vorüber und es war ein voller Erfolg in jeder Hinsicht. Aktive Soldaten und Reservisten des Sanitätsdienstes der Bundeswehr arbeiteten Hand in Hand mit den Mitarbeitern zweier Krankenhäuser unter Einbindung des Rettungsdienstes und des zivilen Katastrophenschutzes.
Die realistisch moulagierten Übungsverletzten, die perfekt spielten, haben ebenso wie die Menschen, die sich um diese kümmerten, ein beeindruckendes Szenario dargestellt. Deutsches Rotes Kreuz, Feuerwehr, Stadt Ahlen, Kreis Warendorf und die beteiligten Krankenhäuser in Ahlen und Hamm/Westfalen haben zusammen mit der Reservelazarettgruppe 7319 des Sanitätsdienstes der Bundeswehr über drei Pressekonferenzen und viele Einzelinterviews hinweg die durchweg positive Resonanz bei den nahezu 400 Teilnehmern bestätigt. Alle haben viel dabei gelernt, um das Pilotprojekt CONSENSUS für die Zukunft weiter zu entwickeln. Unter der Internetadresse www.consensus2003.defließen fortlaufend die Dokumentationen, Ergebnisse und die Evaluation ein.
Unfallchirurgen, Anästhesisten und Ärzte anderer Fachgebiete, Chefärzte, leitende Oberärzte, junge Assistenten und niedergelassene Ärzte äußerten, für vergleichbar sinngebende Veranstaltungen und auch Auslandseinsätze des Sanitätsdienstes der Bundeswehr erstmals in Zukunft gerne zur Verfügung stehen. Die Resonanz in der Bevölkerung und bei den zivilen Teilnehmern wie auch in den Rundfunkmedien und in der Presse war überwältigend positiv, wobei es gelungen ist, nicht unerfüllbare Erwartungshaltungen an die Bundeswehr zu wecken, sondern zu zeigen, daß da wo ein Wille ist, auch der Weg erscheint. Entscheidend sowohl für die aktiven Soldaten, Reservisten als auch für die zivilen Teilnehmer von der Schwesternschülerin bis zum Ärztlichen Direktor war die Sinngebung und die ständige Wertschätzung ihrer Arbeit in den 15 Monaten der Konzeptions- Planungs- und Durchführungsphase.
Alle Teilnehmer haben beispielhaft ein Zeichen gesetzt, daß mit Mut und der solidarischen Anstrengung über jedwede Eigennützigkeit hinweg, trotz Bedenken und Befürchtungen auch von vorgesetzten Dienststellen und anderen Institutionen, Zweifel überwunden und die geringer werdenden Ressourcen mit Idealismus und Begeisterung multipliziert werden können. Mehr als 3500 unbezahlte Überstunden ohne Freizeitausgleich würden aus Engagement für die Sache von aktiven Soldaten, Reservisten und zivilen Teilnehmern geleistet. Für die Vorbereitung und Durchführung von CONSENSUS 2003 konnten mehr als 400 Menschen zu "ehrenamtlichem" Einsatz mobilisiert werden. Von ziviler Seite wurde bereits gefragt, ob ein solches Projekt nicht regelmäßig etwa alle zwei oder drei Jahre durchgeführt werden könnte, auch an anderen Standorten.