CBRN-Vorlesungsreihe – vertiefende Vorträge aus dem Bereich des „Medizinischen A-/B-/C-Schutz“
Im Juli startet die DGKM Ihre CBRN-Vorlesungsreihe, wo wir verschiedene Vertiefungsvorträge aus den Bereichen „Medizinischer A-/B-/C-Schutz“ hören werden.
- Montag, 06.07.2026
- Montag, 13.07.2026
- Montag, 20.07.2026
Beginn ist jeweils um 19 Uhr und hat einen Umfang von ca. 1,5 Stunden. Die Abende sind kostenlos und es besteht die Möglichkeit, ärztliche Fortbildungspunkte zu erhalten.
Am 06.07. wird OFA Dr. Lamkowski den medizinischen A-Schutz vorstellen:
Der Vertiefungsvortrag „Medizinischer A-Schutz“ beginnt mit einer Darstellung von möglichen radionuklearen (RN) Bedrohungslagen. Im Zuge dessen werden auch die Behandlungsebenen und eine Zeitachse der präklinischen und klinischen Versorgung dargestellt. Im Folgenden werden Grundlagen zur physikalischen Natur von ionisierender Strahlung und Strahlenexposition sowie deren Quantifizierung gelegt und es wird auf die biologische Wirkung in der menschlichen Zelle und den Gewebeverbänden eingegangen. Im Weiteren werden Symptombilder von klinischen Strahlenschäden mit besonderem Augenmerk auf die Akute Strahlenkrankheit und deren Diagnostik sowie Behandlung besprochen. Zum Abschluss werden medizinische Countermeasures zur Bewältigung von RN-Lagen erläutert. Der Vortrag endet mit einer kurzen Zusammenfassung und der Möglichkeit zur Diskussion.
Vita zu OFA Dr. med. Andreas Lamkowski
Oberfeldarzt Dr. med. Andreas Lamkowski, wissenschaftlicher Arbeitsgruppenleiter der AG Bio-EMF und Leiter des Medical Radiological Incident Investigation Teams der Bundeswehr. Er ist in diversen Gremien aktiv (z.B.: Strahlenschutzkommission, RF-Bio Working Group auf Ebene der European Defence Agency). Seine fachlichen Schwerpunkte liegen in der klinischen und experimentellen Radiobiologie. Er ist seit über 14 Jahren im medizinischen A-Schutz tätig und besitzt umfangreiche Erfahrungen im Bereich der Medical Countermeasures in Lagen des radionuklearen Notfallschutzes.
Am zweiten Abend, am 13.07. geht OTA Prof. Dr. Wölfel auf den medizinischen B-Schutz ein:
Der Vortrag „Medizinischer B-Schutz“ beleuchtet biologische Gefahrenlagen als integralen Bestandteil des ABC-Spektrums und stellt deren besondere Herausforderungen für medizinische und einsatztaktische Strukturen dar. Dabei wird die Relevanz für Rettungsdienst, öffentliche Gesundheitsdienste, Katastrophenschutz sowie klinische Einrichtungen herausgearbeitet.
Einführend werden wesentliche Entwicklungslinien biologischer Bedrohungen nachgezeichnet. Neben historischen Beispielen stehen aktuelle Risikokonstellationen im Vordergrund, die sich aus globaler Mobilität, technologischen Entwicklungen und der potenziellen missbräuchlichen Nutzung biologischer Agenzien ergeben. In diesem Zusammenhang werden auch internationale Regelwerke und Kontrollmechanismen eingeordnet.
Im weiteren Verlauf erfolgt eine orientierende Übersicht zu biologischen Agenzien. Diese umfasst deren Einteilung in relevante Erregergruppen, typische Übertragungswege sowie Faktoren wie Infektiosität, Umweltpersistenz und Ausbreitungsdynamik. Ziel ist es, ein differenziertes Lageverständnis für biologische Ereignisse zu schaffen.
Ein zentraler Bestandteil des Vortrags ist die Sensibilisierung für die frühe Erkennung ungewöhnlicher Ausbruchsgeschehen. Anhand typischer Warnsignale wird aufgezeigt, wie Abweichungen von erwartbaren epidemiologischen Mustern erkannt und initial bewertet werden können – insbesondere in Situationen, in denen die Ursache eines Ereignisses noch unklar ist.
Darauf aufbauend werden grundlegende Schutzmaßnahmen im Umgang mit biologischen Gefahrenlagen dargestellt. Hierzu zählen insbesondere Eigenschutz, Infektionsprävention, geeignete Isolationsstrategien sowie Maßnahmen der Dekontamination unter biologischen Rahmenbedingungen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Rolle moderner Labordiagnostik in der Ereignisaufklärung. Thematisiert werden Nachweisverfahren, Anforderungen an die Probengewinnung im Einsatz sowie die Bedeutung abgestimmter Abläufe zwischen medizinischer Versorgung, spezialisierten Laboren und zuständigen Behörden.
Der Vortrag schließt mit einer kompakten Zusammenfassung und einer anschließenden Diskussionsmöglichkeit.
Vita von OTA Prof. Dr. med. Roman Wölfel
Oberstarzt Prof. Dr. med. Roman Wölfel ist Leiter des Instituts für Mikrobiologie der Bundeswehr in München und außerplanmäßiger Professor an der Technischen Universität München.
Sein fachlicher Schwerpunkt liegt in der medizinischen Mikrobiologie und Virologie mit besonderem Fokus auf biologischen Gefahrenlagen und deren diagnostischer sowie operativer Bewältigung.
Er verfügt über langjährige Erfahrung in der Untersuchung hochpathogener Erreger, in der Arbeit unter Hochsicherheitsbedingungen sowie in der Unterstützung nationaler und internationaler Einsatz- und Krisenszenarien.
Am 20.7. wird dann unser Präsidiumsmitglied OTA Prof. Dr. Steinritz auf den medizinischen C-Schutz vertiefend eingehen:
Der Vertiefungsvortrag „Medizinischer C-Schutz“ beginnt mit einer Einordnung in den ABC-Gefahren- und Einsatzkontext. Dabei wird die Relevanz für Rettungsdienst, Katastrophenschutz, medizinische Einsatzführung sowie Krankenhäuser hervorgehoben.
Im Anschluss folgen die geschichtlichen Hintergründe chemischer Kampfstoffe mit Fokus auf deren Entwicklung, Einsatz in militärischen Konflikten sowie die daraus resultierenden internationalen Verbots- und Kontrollstrukturen.
Ergänzend wird die aktuelle Bedrohungslage im zivilen und militärischen Kontext eingeordnet. Darauf aufbauend erfolgt eine Übersicht über chemische Kampfstoffe. Diese werden systematisch nach Wirkmechanismus (u. a. Nervenkampfstoffe, Hautkampfstoffe, Lungenkampfstoffe) sowie nach ihren physikalisch-chemischen Eigenschaften und typischen Expositionswegen dargestellt, um ein strukturiertes Gefahrenverständnis zu schaffen.
Ein Schwerpunkt liegt auf Toxidromen und deren Behandlung. Hier werden typische klinische Syndrombilder chemischer Intoxikationen erläutert und mit Maßnahmen der präklinischen Versorgung verknüpft. Dazu gehören Eigenschutz, Dekontamination, Antidottherapie sowie das strukturierte Management im Massenanfall von Patienten. Abschließend wird die Verifikationsanalytik im C-Schutz behandelt.
Im Mittelpunkt stehen Nachweis- und Analyseverfahren chemischer Kampfstoffe, Anforderungen an die Probenahme unter Einsatzbedingungen sowie die Schnittstellen zwischen medizinischer Versorgung, Laboranalytik und Behörden.
Der Vortrag endet mit einer kurzen Zusammenfassung und der Möglichkeit zur Diskussion.
Vita von OTA Prof. Dr. med. Dirk Steinritz
Oberstarzt Prof. Dr. med. Dirk Steinritz, M.Sc., ist Leiter des Instituts für Pharmakologie und Toxikologie der Bundeswehr in München sowie außerplanmäßiger Professor für Pharmakologie und Toxikologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München.
Seine fachlichen Schwerpunkte liegen im medizinischen ABC-Schutz und der klinischen und experimentellen Toxikologie.
Er verfügt über umfangreiche Führungs-, Forschungs- und NATO-Einsatzerfahrung und ist seit über 25 Jahren im Medizinischen C Schutz tätig.
Die Veranstaltung findet über Zoom statt und beginnt jeweils um 19 Uhr mit einer Dauer von ca. 1,5 Stunden. Diese Abende sind kostenlos, allerdings ist eine Anmeldung (bitte unbedingt mit vollem Namen – auch beim Anmelden am Abend im Zoom-Raum – sonst kann kein Zugang erfolgen!) ist erforderlich unter folgenden Link: https://forms.office.com/r/DUvH0sNyMv
Auch an diesen Abenden werden ärztl. Fortbildungspunkte zuerkannt, deswegen eine Bitte an die ärztlichen Kolleginnen und Kollegen bitte die EFN im Anmeldeformular einzutragen!
Den entsprechenden Zoom-Link für den Abend erhaltet ihr spätestens am Vortragsabend. Bei einer späteren Anmeldung (nach 18 Uhr am Vortragsabend) kann ein rechtzeitiger Versand des Links nicht gewährleistet werden!
Wir freuen uns auf drei spannende Abende!